Häufige Fragen zu On-Premise KI, Solid Qubits und Beratung

Antworten auf die häufigsten Fragen zu lokaler KI, Solid Qubits, Hardware, Compliance und Einführung — für Industrieentscheider.

Grundlagen

Woran erkenne ich, ob eine KI-Antwort halluziniert ist?

Halluzinationen sind überzeugend formulierte, aber faktisch falsche KI-Antworten. Der zuverlässigste Schutz sind Quellverweise: Jede Aussage lässt sich am Originaldokument prüfen. Ergänzend hilft Stichprobenkontrolle bei kritischen Entscheidungen und ein System-Prompt, der Unsicherheit zulässt.

Müssen meine Mitarbeiter Prompt Engineering können, um mit der KI zu arbeiten?

Nein, Prompt-Expertenwissen ist nicht nötig. Gut konfigurierte Systeme mit durchdachten System-Prompts liefern auch auf einfache Fragen präzise Antworten. Ein Grundverständnis für präzises Fragen bleibt aber einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren — deshalb gehören Prompt-Grundlagen in jede Mitarbeiterschulung.

Was ist der Unterschied zwischen RAG und Fine-Tuning?

Fine-Tuning verändert das Sprachmodell selbst — das Wissen wird in die Modellgewichte eingebrannt. RAG lässt das Modell unverändert und liefert ihm bei jeder Anfrage die relevanten Dokumente aus einer Vektordatenbank. Für die meisten industriellen Anwendungsfälle ist RAG die praktikablere und wartungsfreundlichere Lösung.

Was ist der Unterschied zwischen Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen?

Künstliche Intelligenz (KI) ist der Oberbegriff für Software, die kognitive Aufgaben übernimmt. Maschinelles Lernen (ML) ist die heute dominierende Methode, um solche Systeme zu bauen — Systeme, die aus Daten Muster lernen, statt explizit programmiert zu werden. Sprachmodelle sind eine spezielle Form des maschinellen Lernens.

Was bedeutet On-Premise KI und warum ist sie für die Industrie relevant?

On-Premise KI bedeutet, dass Sprachmodell, Vektordatenbank und Wissensbasis auf Hardware laufen, die im Unternehmen steht — ohne Datenabfluss an Cloud-Anbieter. Für produzierende Unternehmen mit sensiblen Konstruktions- und Prozessdaten ist das der einfachste Weg zur DSGVO-Konformität.

Solid Qubits

Kann Solid Qubits an bestehende Systeme wie ERP, CRM oder PLM angebunden werden?

Ja. Solid Qubits lässt sich über API-Anbindungen oder das Model Context Protocol (MCP) mit ERP (SAP, Microsoft Dynamics), CRM (Salesforce, HubSpot), PLM und anderen Unternehmenssystemen verbinden. Die konkrete Integration hängt vom Zielsystem und den verfügbaren Schnittstellen ab.

Was unterscheidet Solid Qubits von Cloud-Diensten wie ChatGPT oder Microsoft Copilot?

Solid Qubits läuft vollständig auf Ihrer Hardware — Ihre Daten verlassen das Unternehmen nie. Cloud-Dienste arbeiten auf fremder Infrastruktur und berechnen laufende Gebühren pro Nutzer. Solid Qubits ist eine Einmalinvestition und indexiert zusätzlich Ihre eigenen Dokumente.

Kann Solid Qubits an unser Active Directory oder Single Sign-On angebunden werden?

Ja. Solid Qubits bringt eine eigene Benutzer- und Rollenverwaltung mit und lässt sich an externe Identity-Provider anbinden — OIDC (Microsoft Entra ID, Keycloak, Google Workspace), SAML oder LDAP für klassische Active-Directory-Umgebungen. Die konkrete Protokoll-Integration wird im Rahmen der Einführung kundenspezifisch umgesetzt, da sie von der vorhandenen Identitätsinfrastruktur abhängt.

Kann Solid Qubits auch Videos als Wissensquelle nutzen?

Ja. Solid Qubits wertet Audio- und Bildspur von Videos aus und indexiert die Inhalte gemeinsam mit Textdokumenten. Anwendungsfälle sind Schulungsvideos, gefilmte Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungen aus dem Qualitätsmanagement.

Welche Dateiformate werden von Solid Qubits unterstützt?

Solid Qubits indexiert PDFs (auch gescannte), Office-Dokumente (Word, Excel, PowerPoint), Textdateien, Bilder und Videos. Bei Videos werden Audio- und Bildspur getrennt ausgewertet und gemeinsam in der Wissensbasis geführt.

Welche Sprachmodelle werden in Solid Qubits eingesetzt?

Solid Qubits setzt auf Open-Weight-Modelle, die lokal betrieben werden können — etwa Llama, Mistral oder Qwen, je nach Anwendungsfall und Sprache. Die Modellauswahl erfolgt nach Anforderungen an Antwortqualität, Deutsch-Performance, Hardware-Budget und Lizenzbedingungen.

Hardware & Betrieb

Welche Hardware brauche ich für eine eigene KI im Unternehmen?

Für unternehmensweiten Einsatz einen rackfähigen KI-Server mit professioneller GPU, ECC-Speicher und Datacenter-SSDs. Für einzelne Anwender oder Prototypen genügt eine KI-Workstation. Die konkrete Dimensionierung hängt von Modellgröße und Nutzerzahl ab.

Kann ich Solid Qubits auch ohne Internetverbindung betreiben?

Ja. Solid Qubits ist von Grund auf so konzipiert, dass es ohne ausgehende Internetverbindung funktioniert. Ein Air-Gapped-Betrieb ist ohne Funktionseinschränkung möglich — relevant für Forschung, Verteidigung, Pharma und besonders sensible Konstruktionsbereiche.

Wie viel Strom verbraucht ein KI-Server im laufenden Betrieb?

Der Stromverbrauch hängt von GPU, Nutzungsprofil und Auslastung ab und variiert je nach Konfiguration deutlich. Eine belastbare Kalkulation gehört in die Hardware-Dimensionierung und erfolgt projektspezifisch — inklusive Ruhelast, Nutzungszeiten und Klimatisierungsbedarf.

Welche Wartung braucht ein lokales KI-System im laufenden Betrieb?

Solid Qubits läuft als Frozen-Embedded-System und hat keinen externen Zugriffsport. Updates werden vom Hersteller angeboten; der Kunde entscheidet, welche tatsächlich eingespielt werden. Die Einspielung erfolgt entweder als Datei durch den Kunden oder im Rahmen eines Vor-Ort-Einsatzes durch Haberstroh Systems.

Was passiert, wenn die KI-Hardware ausfällt?

Im Ausfallfall greift die Hardware-Gewährleistung. Solid Qubits hat keinen externen Zugriffsport — Diagnose und Ersatzteilaustausch erfolgen entweder durch die unternehmenseigene IT nach Anleitung oder im Rahmen eines Vor-Ort-Einsatzes. Backups ermöglichen die Wiederherstellung der Wissensbasis auf Ersatzhardware.

Compliance & Recht

Müssen wir unseren Betriebsrat über den Einsatz von KI informieren oder beteiligen?

In der Regel ja. Der Einsatz von KI-Systemen, die Mitarbeiter bei der Arbeit unterstützen oder ihr Verhalten beeinflussen können, ist nach deutschem Betriebsverfassungsgesetz häufig mitbestimmungspflichtig. Frühzeitige Einbindung des Betriebsrats ist daher nicht nur rechtlich geboten, sondern praktisch sinnvoll.

Brauchen wir für unseren KI-Einsatz eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)?

Häufig ja. Nach Artikel 35 DSGVO ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung Pflicht, wenn die Verarbeitung voraussichtlich hohe Risiken für Betroffene birgt. KI-Systeme, die personenbezogene Daten verarbeiten, fallen oft in diese Kategorie — insbesondere bei automatisierter Entscheidungsfindung oder systematischer Überwachung.

Was bedeutet die KI-Kompetenz-Pflicht nach EU AI Act Artikel 4 für mein Unternehmen?

Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des EU AI Act Unternehmen, ausreichende KI-Kompetenz bei Mitarbeitern sicherzustellen, die KI-Systeme einsetzen oder deren Ergebnisse verwenden. In der Praxis bedeutet das dokumentierte Schulungen, abgestimmt auf die jeweilige Rolle.

Wie dokumentieren und weisen wir unseren KI-Einsatz gegenüber Kunden nach?

Mit zwei etablierten Nachweisformaten: Betriebsdokumentation (welche Systeme, wie eingesetzt) und KI-Audit-Gutachten (strukturierte Bewertung mit schriftlichem Bericht). Solid Qubits liefert über Quellverweise und Audit-Trail zusätzlich konkrete technische Nachweise. Eine formale ISO/IEC 42001-Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Stellen wie TÜV, DEKRA oder DQS.

Wie verhält sich Solid Qubits zum EU AI Act und zur DSGVO?

Lokale Verarbeitung eliminiert Datenabfluss, Drittlandtransfers und Standardvertragsklauseln. Quellverweise und Audit-Trail adressieren Transparenzanforderungen. Die Einstufung Ihres konkreten Anwendungsfalls nach EU AI Act bleibt Einzelfallbewertung.

Sind unsere Daten beim Einsatz von Solid Qubits wirklich sicher?

Ja — aus einem strukturellen Grund, nicht nur aus einem Versprechen. Solid Qubits hat keine ausgehende Verbindung zu externen KI-Diensten. Modell, Vektordatenbank und Dokumentenmanagement laufen auf Ihrer Hardware, in Ihrem Netzwerk, hinter Ihrer Firewall.

Beratung & Einführung

Wie lange dauert die Einführung von Solid Qubits im Unternehmen?

Die Hardware-Lieferzeit beträgt typischerweise sechs bis acht Wochen. Nach Lieferung ist die Installation und Erstindexierung in wenigen Tagen abgeschlossen. Die organisatorische Einbettung — Freigabeprozesse, Rollen, Schulung — läuft parallel und dauert je nach Unternehmensgröße zwei bis zwölf Wochen.

Wie baue ich einen Business Case für eine lokale KI-Lösung auf?

Überzeugende Business Cases arbeiten mit drei Argumentsträngen: messbare Produktivitätsgewinne durch Zeitersparnis und Qualitätsverbesserung, Risikominimierung gegenüber DSGVO, EU AI Act und Lieferkettenanforderungen sowie Kostenstabilität gegenüber nutzungsabhängigen Cloud-Modellen. Belastbare Zahlen zum eigenen Anwendungsfall liefert ein vorgeschaltetes KI-Audit.

Wie fange ich einen KI-Einführungsprozess in meinem Unternehmen an?

Erfolgreiche KI-Projekte starten mit einem konkreten Anwendungsfall, nicht mit der Technologie. Bewährte Reihenfolge: Anwendungsfall identifizieren, Bestandsaufnahme der relevanten Daten, kleiner Pilotumfang mit messbarem Ziel, schrittweiser Rollout nach erfolgreicher Pilotphase.

Was kostet ein KI-Audit bei Haberstroh Systems?

Der Preis hängt vom Umfang ab — Anzahl geprüfter Prozesse, Standorte und Tiefe der technischen Bewertung. Haberstroh Systems arbeitet mit transparenten Tagessätzen statt Pauschalen. Konkrete Zahlen klären wir in einem kostenlosen Erstgespräch mit Umfangsabschätzung.

Welche Mitarbeiter müssen für den KI-Einsatz geschult werden?

Alle Mitarbeiter, die KI-Systeme einsetzen oder deren Ergebnisse verwenden — das schreibt Artikel 4 des EU AI Act seit Februar 2025 vor. Umfang und Inhalte richten sich nach der Rolle: Anwender, Administratoren und Führungskräfte brauchen unterschiedliche Schulungsbausteine.