Funktionsweise

Die MCP-Architektur ist zweiseitig aufgebaut: Eine Host-Anwendung (etwa Claude Desktop oder ein IDE-Plugin) kommuniziert über einen MCP-Client mit einem MCP-Server, der wiederum die eigentliche Datenquelle oder das Zielsystem anbindet. Als Transport-Protokoll kommt JSON-RPC 2.0 zum Einsatz — ein etablierter, sprachenunabhängiger Standard für Remote-Procedure-Calls.

MCP definiert ein einheitliches Protokoll, über das ein Sprachmodell Werkzeuge entdecken, aufrufen und deren Ergebnisse verarbeiten kann. Statt für jede Datenquelle eine individuelle Integration zu bauen, stellt MCP eine standardisierte Schnittstelle bereit. Ein MCP-Server macht die Funktionen eines Systems (ERP, CRM, Dateisystem, Datenbank) für das Sprachmodell verfügbar — das Modell entscheidet situativ, welches Werkzeug es für eine Anfrage benötigt.

Abgrenzung zu API-Anbindung

Klassische API-Integrationen sind fest verdrahtet: Eine bestimmte Anfrage löst einen bestimmten API-Aufruf aus. MCP ermöglicht dem Sprachmodell, selbst zu entscheiden, welche Datenquelle relevant ist. Das macht Systeme flexibler und reduziert den Integrationsaufwand erheblich.

Bedeutung für die Industrie

Für Industrieunternehmen löst MCP ein praktisches Problem: KI-Systeme sollen nicht isoliert arbeiten, sondern auf vorhandene Unternehmensdaten zugreifen — Stücklisten aus dem ERP, Kundendaten aus dem CRM, Dokumente aus dem DMS. MCP macht diese Integration standardisiert und wartbar, statt für jeden Anwendungsfall eine Individuallösung zu entwickeln.